Müsli und Pellets
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Gespaltene Pferdewelt!
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Schau genau hin!

 

Ob unser Pferd Zusatzfutter benötigt oder nicht ist gar nicht immer so einfach zu beantworten. Noch schwieriger bis gar unmöglich ist es aber in dem riesigen Futtermitteldschungel den Überblick zu behalten und ein gutes Futter zu finden.

Was ist wirklich gut für dein Pferd und was nicht?

Welche Inhaltsstoffe sind gut und welche schlecht?

Worauf solltest du achten?

 

 

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Die aller wichtigste Frage, die du dir immer beantworten solltest, wenn du deinem Pferd ein Zusatzfutter fütterst ist:

Warum fütterst du das?“

„welches Ziel verfolgst du mit diesem Futter?“

kannst du das Ziel wirklich durch Futter erreichen?“ oder „wäre eine andere Maßnahme, die bessere Wahl?“

Wir Menschen neigen dazu unsere Ziele möglichst leicht erreichen zu wollen. Da kann Werbung die uns die „Wunderpille“ verspricht, schnell in die Irre führen.

Viele Futtermittel werden beworben wie Medikamente. „Hast du dieses oder jenes Problem? Dann füttere unser Produkt xy!“

So einfach ist es leider nicht. Ist dein Pferd bedarfsgerecht gefüttert, benötigt es diese „Wunderpille“ nicht!

Ist es nicht bedarfsgerecht eingesetzt, wird das Futter unnütz sein oder kann sogar Schaden.

 

Weißt du was in deinem Pferdefutter wirklich drin ist? Oder hast du es nur aufgrund des Werbeversprechens gekauft oder weil es irgendjemand anders im Stall auch verfüttert und empfohlen hat?

Die schlimmste Frage die im Internet in diversen Facebookgruppen immer wieder gestellt wird, ist folgende: „Was für ein Futter füttert ihr?“ Darunter kommen dann oft hunderte Vorschläge und du bist hinterher noch verwirrter als davor. Aber gut für dein Pferd ist nur das Futter, dass zu deiner individuellen Situation passt.

Kennst du die Zusammensetzung deines Futters? Oder vertraust du einfach auf den Hersteller nach dem Motto – er wird schließlich wissen was er da zusammen mixt?

 

 

 

 

Die Gesundheit deines Pferdes steht nicht im Vordergrund

 

 

Die Zutatenlisten auf dem Futtersack müssen wie bei Lebensmitteln für Menschen auch, in der Reihenfolge aufgelistet sein wie sie mengenmäßig enthalten sind. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Was also ganz vorne steht ist am meisten enthalten.

 

Schauen wir uns doch mal herkömmliche Freizeitpferdemüslis an. Enthalten sind dort häufig an den ersten Stellen Spelzen, Hülsen, Kleien, Nachmehle und ähnliches. All das sind Nebenprodukte, die in der Nahrungsmittelindustrie des Menschen übrig bleiben. Mit der Industrialisierung unserer Lebensmittel ist auch die Tierfutterindustrie immer größer geworden. Und mit ihnen sind die Wohlstandskrankheiten mehr geworden. Beim Menschen und beim Tier.

Dies allein sollte uns skeptisch machen!

Unser größtes Problem heut zu Tage ist der Überfluss und zu viel Überflüssiges. Die Liste an möglichen Inhaltsstoffen in Pferdefutter ist schier unendlich. Viele Inhaltsstoffe sind nicht im Futter gelandet, weil sie so gut und gesundheitsförderlich für Pferde sind. Viele Stoffe sind im Pferdefutter gelandet, weil sie sonst anderweitig entsorgt werden müssten und sie als unbedenklich fürs Pferd eingestuft wurden.

Unbedenklich muss aber keineswegs sinnvoll oder förderlich sein. Die Menge macht das Gift.

Viele Versuche und „Studien“ zur Verträglichkeit eines Stoffes wurden zu einer Zeit an einer handvoll Pferde getestet, wo sie noch sehr hart gearbeitet haben. Diese harte Arbeit kompensiert auch viel Schädliches. Sie ist nicht annähernd mit unseren heutigen Freizeitpferden oder gar leichtfuttrigen Robustpferden zu vergleichen. Misstrauen ist also durchaus angebracht. Nur weil erlaubt ist, dass mache Stoffe im Pferdefutter landen, heißt es nicht, dass sie förderlich sind – nein sie machen unsere Pferde häufig sogar krank. Denn oft wird ja nicht nur ein Futter mit einer ungünstigen Zusammensetzung gefüttert. Sondern gleich mehrere und das summiert sich.

 

Denn durch die Einstufung, dass eine Zutat als unbedenklich gilt, landen durchaus auch Stoffe im Futter, die fürs Pferd gesundheitlich eben nicht förderlich sind. Denn auch die Menge entscheidet natürlich darüber, wie schädlich es am Ende fürs Pferd wirklich ist.

Die Frage ist aber: „Warum sollten wir etwas füttern was für die Gesundheit des Pferdes nicht förderlich ist?“

Wir füttern ja auch nicht absichtlich Gift nur weil kleine Mengen das Pferd nicht gleich umbringen werden!

 

 

Solche Zutaten sind einfach nur Füllstoffe mit denen sowieso irgendetwas passieren muss.

 

 

Es sind Abfallprodukte, die aus der Lebensmittelindustrie anfallen und woran der Erzeuger ein zweites Mal verdient, wenn es übers Tierfutter entsorgt wird, anstatt einen anderen Entsorgungsweg wählen zu müssen. Dieser andere Weg wäre viel teurer.

Auch als Geschmacksverstärker dienen diese Stoffe. Umso begeisterter das Pferd das Futter frisst umso mehr hat die Futtermittelindustrie davon.

Pelletieren lässt es sich mit so manchem Füllstoff leichter.

Und mancher Stoff dient einfach dazu ein Symptom zu lindern für, dass das Futter beworben wird. Und da es als unbedenklich eingestuft ist, wird es eben mit reingemixt. Denken wir z.b. nur mal an Kotwasser. In Produkten gegen Kotwasser werden immer Wasserbindende Zusatzstoffe enthalten sein. Sie beheben aber nicht die Ursache! Sie lindern nur das Symptom. Die Ursache für das Problem liegt meist ganz wo anders im Haltungs- und Fütterungsmanagement.

 

 

 

 

Skepsis ist angebracht!

 

 

Für uns Verbraucher ist es absolut undurchsichtig wie gut die Qualität dieser „unbedenklichen“ Füllstoffe ist und Werbeversprechen manipulieren uns darin die Inhaltsstoffe als positiv wahrzunehmen!

Fakt ist: Für eine bedarfsgerechte Pferdefütterung brauchen wir weder Müsli noch Pellets.

Willst du trotzdem nicht darauf verzichten, solltest du das folgende wissen:

 

 

Wie können wir also nun entscheiden ob ein Futter eher gut oder schlecht ist?

 

 

Wichtigste Grundlage dafür ist zu wissen, ob unser Pferd überhaupt noch etwas zur Ergänzung benötigt und ob das Futter mit seinen Inhaltsstoffen dieses Ziel erreichen kann. Fütterungsempfehlungen des Herstellers sind nur ein Anhaltspunkt, der aber selten aufs individuelle Pferd passt, da er Mehrbedarf wie zb. Alter, Temperament, Rasse, individuelle Haltungsbedingungen und Futterwert im Grundfutter nicht einbeziehen kann.

 

 

Wie ist Bilanz der Vor- und Nachteile eines jeden Stoffes, der aufgelistet ist?

Umso länger die Zutatenliste ist umso größer ist auch die Gefahr, dass die Nachteile sich unüberschaubar summieren. Es ist dann am Ende nicht der einzelne Stoff, der das Pferd krank macht. Es ist die Anhäufung vieler „unbedenklicher“ Zutaten die hier zusammenkommt und eine Rolle spielen kann.

 

Auf der anderen Seite kann man bei einem Futter, bei dem die Vorteile überwiegen und das zum Bedarf des Pferdes passt, über ein paar Prozent negative Bestandteile hinwegsehen, weil sie dann wirklich eher unbedenklich sind!

Nichts ist also nur gut oder nur schlecht.

Die ganze Pferdefütterung besteht letztendlich daraus Futtermittel mit mehr Vorteil als Nachteil zu verfüttern. Hierzu zählen nicht nur die Inhaltsstoffe eines Futters, sondern auch eventuelle Toxin-, Schimmel- und Milbenbelastungen.

 

 

 

 

Zutatenliste

 

 

Die Zutatenliste verrät uns wovon viel und wovon wenig im Futter drin ist. Ob jeder einzelne Stoff aber eher positiv oder negativ ist, wissen wir nicht. Futtermittelhersteller werden natürlich vor allem die Vorteile hervorheben, um uns das Gefühl zu geben unserem Pferd was Gutes damit zu tun. Sie würden ja sonst nichts verkaufen.

 

Um selbst eine Idee davon zu bekommen was eher gut und was eher schlecht für dein Pferd ist benötigst du Wissen. Entweder eignest du es dir nach und nach selbst an oder du holst dir einen unabhängigen Pferdeernährungsberater zur Hilfe. Denn das ist das entscheidende gegenüber Beratungen, die von Futtermittelherstellern angeboten werden. Der Unabhängige Futterberater ist nicht daran interessiert „sein“ Futter zu verkaufen.

Sein Interesse gilt voll und ganz deinem Pferd und seiner Gesunderhaltung!

Der Hersteller oder Kooperationspartner eines Herstellers ist niemals unabhängig!

Denn sein Interesse ist natürlich auch die Produkte zu verkaufen. Ein Grund warum ich keine Kooperationen mit Futtermittelherstellern eingehe und es auch in Zukunft nicht werde!

 

Willst du also nach und nach lernen die Vor- und Nachteile einzelner Zutaten zu beurteilen, dann stöbere durch die Artikel in der Kategorie „Fütterung“ auf meinem Blog. Dort habe ich bereits einige Futtermittel thematisiert und werden auch noch viele weitere folgen.

 

Fazit:

 

Pferdefütterung ist nicht leicht und zum Teil auch echt verwirrend. Die Futtermittelindustrie macht es uns definitiv nicht leicht noch durch zu blicken. Fakt ist, die meisten Krippenfutter ist aufgrund unserer gehaltvollen Wiesen und Heu und der wenigen Arbeit, die unsere Pferde noch leisten überflüssig. Eine bedarfsgerechte aufs Pferd angepasste Mineralisierung reicht in vielen Fällen aus.

Aber auch in Mineralfuttern kann viel Unnötiges drinstecken. Da wir hier nur geringe Mengen im Gramm Bereich verfüttern richten die Zutaten zwar vielleicht weniger gesundheitlichen Schaden an, aber es hat auch Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit der Mineralien und Spurenelemente. Vor allem in den so genannten Alles-in-einem-Mineralfutter ist die Zutatenliste häufig lang.

 

 

Als ganz allgemeine Regel gilt also immer:

 

Weniger ist mehr und umso unverarbeiteter umso besser!

 

 


 

Interessant zum nachlesen:

Im Katalog der Einzelfuttermittel kannst du nachlesen welche gebräuchlichen Bezeichnungen als Deklaration für Futtermittel verwendet werden und welche Verfahren dahinter stehen. 

Die Futtermittelzusatzstoffverordnung regelt welche Zusatzstoffe im Tierfutter verwendet werden dürfen weil „unbedenklich“.

Interessante Doktorarbeit über Krippenfuttermittel für Pferde – Entwicklung vom Beginn des 19. bis Mitte 20. Jahrhunderts

 

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