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Dieses Grundwissen solltest du über Mineralfutter haben!

 

Benötigt dein Pferd Mineralfutter?

Und welches Mineralfutter ist das Beste für dein Pferd?

Zwei Fragen die auch du dir sicher schon mal gestellt hast.

Am praktischsten wäre doch außerdem ein Futter in dem alles auf einmal enthalten ist, damit wir nur dieses eine brauchen.

Aber geht das überhaupt?

 

In diesem Artikel erfährst du heute was die über Mineralfutter grundsätzlich wissen solltest.

 

 

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Warum Alles-in-Einem-Mineralfutter häufig nicht passen!

 

 

Viele Alles-in-Einem-Mineralfutter sind nahezu baugleich. Einfache Berechnungen zeigen, dass Futterrationen mit herkömmlichem Mineralfutter häufig zu hoher Überversorgung von Mengenelementen führen. In diesem Fall wirkt eine Zufütterung schnell schädlich auf den Stoffwechsel.

Die Überversorgung auf der einen Seite raubt Spurenelemente, die in diesen Mischmineralfuttern meist sowieso schon zu wenig enthalten sind. Man erzeugt dadurch leicht ein Mineralienungleichgewicht, dass schädlicher ist, als würde man einfach nichts zufüttern.

 

 

 

 

Warum ist das so?

 

In den 70er Jahren, als die ersten Mineralfutter auf den Markt kamen, war die Fütterung noch eine völlig andere als heute. Früher fütterte man viel weniger Raufutter und viel mehr Kraftfutter. Dies führte zu einem Phosphorüberschuss weshalb eine hohe Menge Kalzium ergänzt werden musste, um das Kalzium-Phosphor-Verhältnis wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Heutzutage nehmen unsere Pferde über größere Mengen Gras und Heu in der Regel bereits genug Kalzium auf. Außerdem wird viel weniger Kraftfutter oder sogar völlig getreidefrei gefüttert wodurch wir keine Phosphorüberschüsse mehr haben. Mineralfutter dienten vor allem dem Zweck, die Mengenelemente auszugleichen. Füttern wir nun heute unserem Pferd so ein falsch zur Situation gewähltes Alles-in-Einem-Mineralfutter, wirkt sich das häufig sehr negativ aus. Oft wird die Mangelsituation des Pferdes dadurch leider verschärft statt verbessert.

 

Über die Wichtigkeit von Spurenelementen machte man sich früher noch keine Gedanken.

Die Tiermedizin stellte die Wichtigkeit von Spurenelementen lange in Frage und tut es heute auch immer noch. In der Humanmedizin ist es übrigens nichts anderes. Inzwischen gibt es haufenweise Erkenntnisse und Resultate, sowohl beim Menschen als auch beim Tier, das fehlende Mikronährstoffe einen großen Teil dazu beitragen Stoffwechselproblematiken und Wohlstandskrankheiten auszulösen. Im Umkehrschluss weiß man inzwischen, wie sehr Mikronährstoffe sich auf eine Ausheilung solcher Problematiken auswirken.

Sie gehören also unbedingt in eine bedarfsgerechte aufs Pferd angepasste Ernährung. Die Zutatenlisten der Alles-in-Einem-Mineralfutter wurden mit der Zeit zwar immer länger und auch um die so wichtigen Spurenelemente erweitert.

Leider überwiegen die Mengenelemente in vielen Mineralfutter aber immer noch, wodurch sie selten zu unserer modernen Heufütterung passen.

 

 

Sind organische oder anorganische Mineralstoffe besser?

 

 

Es wird immer wieder diskutiert, welche Form denn nun die bessere ist.

 

Erstmal vorweg:

Es gibt keine organischen Mineralien!

Ein Mineral ist grundsätzlich anorganisch!

 

Erst eine Mineralstoffverbindung kann in organisch oder anorganisch unterteilt werden.

 

Anorganische Mineralienverbindungen sind z. B. Verbindungen mit den Worten Carbonate, Phosphate und Oxide. Die Teilchen von anorganischen Mineralien sind kleiner und haben eine höhere Dichte wodurch mehr Teilchen in ein Kilogramm Verpackung passen. Sie haben einen hohen Rohaschegehalt.

 

Organische Verbindungen sind z.B. Verbindungen mit den Worten Citrate, Gluconate, und Chelate. Es sind größere Teilchen mit einem viel geringerem Rohaschegehalt.

 

Calciumcitrat ist zum Beispiel die Verbindung aus einer organischen Säure (Zitronensäure) mit Kalzium. Calziumcitrat ist somit organisch. Das Mineral Kalzium an sich ist aber immer anorganisch.

Magnesiumsulfat ist die Verbindung aus anorganischer Schwefelsäure mit Magnesium. Magnesiumsulfat ist anorganisch.

 

Die Aussage: „Anorganische Minerlien sind ungesund und organische Mineralien sind gesund“ ist so nicht richtig!

Richtig ist: „Die Bioverfügbarkeit von organischen Mineralstoffverbindungen ist in der Regel besser, als die Verwertbarkeit anorganischer Mineralstoffverbindungen“.

 

 

 

 

Es ist also weniger wichtig ob organisch oder anorganisch, sondern wie ist die Bioverfügbarkeit!

 

Eine gute Bioverfügbarkeit hat mehrere Faktoren und hängt auch vom Zustand des Pferdes mit ab.

Ein Mineralfutter darf vom Gesetz her nur als Mineralfutter bezeichnet werden, wenn der Rohaschegehalt bei 40 % liegt. Dies ist nur mit anorganischen Mineralstoffverbindungen möglich wegen der bereits erwähnten höheren Dichte. Ein herkömmliches Mineralfutter mit einem hohen Kalziumgehalt besteht also meist aus anorganischen Mengenelementverbindungen.

Die Bioverfügbarkeit ist nicht allein durch das anorganisch gebundene Mineral schlechter. Hier spielen auch weitere Faktoren eine Rolle. Die Bioverfügbarkeit eines Minerals hängt nämlich zum Beispiel auch stark vom Trägerstoff ab, der es transportieren soll.

 

Neben einer häufigen Kalziumüberversorgung sind auch eventuelle Klebstoffe, Aromastoffe und Süßstoffe für eine schlechtere Bioverfügbarkeit verantwortlich. Die Verwertbarkeit von Mineralien- und Spurenelementen ist also mit abhängig von den Stoffen, die als Basis des Futters benutzt werden. Höchst fragwürdig sind Mineralfutter mit einer Basis aus Traubenzucker, Apfeltrester, Soja oder Weizen. Mit solchen billigen Füllstoffen als Grundlage werden die Spurenelemente nur zu einem Bruchteil vom Körper aufgenommen oder im schlechtesten Fall einfach ungenutzt wieder ausgeschieden. Wer solche Futter kauft spart zwar bei den Anschaffungskosten, kann sein Geld aber auch gleich einfach in den Müll werfen. Dort belasten sie wenigstens nicht den Stoffwechsel des Pferdes.

Hat das Pferd selbst dann auch noch eine schlechte Darmgesundheit oder ist gestresst, wird die Aufnahme der Nährstoffe noch geringer.

 

Anorganische Mineralienverbindungen sind also nicht grundsätzlich schlechter verwertbar. In der Natur kommt beides vor.

Ein Körper, der in einer akuten Mangelsituation steckt, wird auch aus schlecht bioverfügbaren Stoffen seinen Nutzen ziehen können, insofern die Rahmenbedingungen drum herum auch stimmen.

Ein bereits sehr gut mit Nährstoffen versorgter Körper wird aus anorganischen Mineralstoffverbindungen vielleicht weniger ziehen können. Braucht er ja auch nicht, denn er ist ja bereits versorgt.

 

Das viel größere Problem sind also die Füllstoffe und Trägerstoffe drum herum.

Zwei Punkte sind hier wichtig:

 

  • Der transportierende Stoff muss ebenfalls verwertbar sein!
  • Der transportierte Stoff muss vom Transporter lösbar sein!

 

Bei organischen Verbindungen ist beides der Fall. Bei anorganischen nicht, weshalb sie in der Bioverfügbarkeit schlechter abschneiden. Das macht sie aber nicht nutzlos oder gar schädlich. Die Aufnahme einer anorganischen Verbindung ist ja nicht 0. Genauso wenig wie die Aufnahme organischer Verbindungen nicht 100 % beträgt.

Wir werden es immer mit beidem zu tun haben.

 

Wichtig ist, dass wir Nährstoffe bedarfsgerecht und angepasst zuführen, um dem Körper überhaupt die Chance zu geben sich ausreichend zu versorgen.

 

 

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Eine schlecht angepasste Fütterung ist das eigentliche Problem

 

 

Bekommt das Pferd nicht alle benötigten Nährstoffe, schadet das früher oder später seiner Gesundheit.

Nährstoffmängel sind hier genauso verantwortlich wie Nährstoffüberversorgung.

Haben wir es mit gesundheitlichen Problemen wie Verspannungen, Ekzemen, Mauke, Kotwasser, Husten, Allergien oder Beinen zu tun sollte die Nährstoffversorgung unbedingt immer mit unter die Lupe genommen werden! Dabei sollte nicht nur geprüft werden, welche Nährstoffe vielleicht fehlen könnten, sondern auch ob es versteckt irgendwo Überschüsse gibt, die die Aufnahme der fehlenden Mineralien hemmt oder sogar unmöglich macht. Glaube also nicht einfach nur den Werbeversprechen eines Futtermittels.

 

Selbst wenn es das beste Futter auf dem Markt zu sein scheint. Wenn das Futter mit seinen Inhaltsstoffen nicht zur restlichen Fütterung deines individuellen Pferdes passt, wird es im besten Fall nichts nützen im schlimmsten Fall sogar schaden. Passt die Mineralisierung dagegen wird sich das recht schnell mit positiven Effekten bemerkbar machen.

 

Denn dein Pferd ist, was es frisst!

Bis bald

Janet

2 Comments

  1. Janet Metz Christine sagt:

    Super Hintergrundwissen zum Thema Mineralfutter, das ich so noch nirgendwo gelesen habe!
    Wieder toll zusammengefasst und erklärt. Danke, Janet!

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