Ernährung ist auch Fundament für therapeutische Maßnahmen

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Viele therapeutische Maßnahmen könnten viel besser fruchten, wenn erstmal sichergestellt ist, dass der Körper alle Nährstoffe zur Verfügung hat, die er braucht. Es gibt eine Vielzahl von Problemen, die durch diverse Nährstoffüber und -unterversorgungen begünstigt werden, oder sogar schlicht, das ursächliche Problem sein können. Und an diesen Symptomen, die in der Folge entstehen versuchen wir dann oft mit diversen therapeutischen Methoden eine Verbesserung zu erzielen.

 

Wenn Fehlernährung im Weg steht

 

Eine fehlerhafte Nährstoffversorgung kann beim Erfolg dieser Maßnahmen regelrecht im Weg stehen. So hatte ich z.B. mal einen Fall wo ein extrem verspanntes Pferd von einer Ostheo regelmäßig behandelt wurde. Die Ostheo klagte darüber, dass sie nicht nur jedes Mal gefühlt von vorne beginnen musste die Verspannungen zu lösen, sondern der Zustand jedes Mal eher noch schlechter war als zu vergangenen Terminen. Auch das Magnesium, dass sie aufgrund dieser Problematik vor einem halben Jahr empfohlen hatte, erzielte keine spürbare Verbesserung.

 

Eine Rationsüberprüfung zeigte schließlich zu viel Selen (führt unter anderem zu Myopathien – also Verspannungszustände), eine deutliche Unterversorgung anderer Spurenelemente und viel zu viel Magnesium, dass bei zu reichlicher Gabe mehr schadet als nützt, weil das die Niere sehr belasten kann.

 

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Die ausgewogene Ration ist also das A und O

 

Alles wirkt auf alles. Ist diese Basis jedoch sichergestellt können auch weitere therapeutische Maßnahmen ganz anders fruchten. Eine Zusammenarbeit Hand in Hand macht hier immer Sinn.

 

Immer wieder werde ich gefragt: „Macht eine Futterberatung bei mir überhaupt Sinn“?  Eine Rationskalkulation und Klarheit über die Nährstoffversorgung des Pferdes macht IMMER SINN.

Du denkst jetzt vielleicht: „Ja klar, dass SIE das jetzt sagt. Verdient sie ihren Lebensunterhalt doch mit Futterberatungen.“

 

Mein Alltag zeigt es lohnt sich immer. Wenn das Pferd gesundheitliche Baustellen hat – sowieso. Aber vor allem auch, wenn das Pferd KEINE gesundheitlichen Probleme hat. Es soll schließlich so bleiben! Selbst ohne Heuanalyse kalkuliert ist besser als gar nicht kalkuliert. Denn so kann man zumindest sicherstellen, dass die gängigen Defizite gedeckt sind und vor allem gefährliche Überschüsse in der Ration nicht unbemerkt bleiben!

 

Wieso die Pferdefütterung mein Hauptthema ist und bleibt!

 

 

Vor zwei Jahren habe ich den Tierheilpraktiker angefangen um selbst noch ein Stück weiter zu gehen als „nur“ Futterberatungen zu machen. Schon im ersten Jahr wurde mir klar, dass das nicht mein Weg werden wird. Jedenfalls nicht im klassischen Sinn wie ihn wohl die meisten Tierheilpraktiker gehen.

Mir wurde schon ziemlich am Anfang dieser Ausbildung bewusst, WIE wichtig das Thema Fütterung wirklich ist und wie sehr es von der breiten Therapeutenmasse unterschätzt wird. Mir war also schnell klar – das ist und bleibt mein Fundament.

Speziell die Fütterung vom Pferd ist nochmal ein besonderes Thema. Die Forschung am Pferd ist noch immer sehr Mau, nimmt die letzten Jahre aber stetig zu. Was also häufig zum Thema Pferdefütterung gelehrt wird, basiert auf Studien an anderen Tierspezies oder gar aus dem Humanbereich. Selten ist dies aber wirklich aufs Pferd übertragbar. Der Verdauungstrakt vom Pferd ist ein völlig anderer und in vielen Punkten nicht mit anderen Spezies vergleichbar. Es ist hier häufig nicht mit anderen Säugetieren einfach gleichzusetzen.

Deshalb kursiert auch so viel Halbwissen in Bezug auf die Pferdefütterung, weil diese Tatsache nicht strikt getrennt wird. Und weil gewisse „Studien“ auch sehr gerne für Marketing benutzt werden. Auch die Futtermittelindustrie streut so das Halbwissen.

Ich sehe tagtäglich haarsträubende Dinge in Bezug auf irgendwelcher Pferdefutterempfehlungen von allerlei Leuten. Auch bei so mancher Schulung/Weiterbildung, wenn das Thema Fütterung irgendwo mit zum Tragen kommt, muss ich in Bezug auf das Pferd manchmal wirklich schlucken! Eins kann ich sagen. Haarsträubendes Halbwissen wird nicht so schnell aussterben…

 

Die Tierheilpraktikerausbildung ist aber nicht umsonst für mich. Sie bringt mir das Verständnis zur Funktion des Körpers allgemein. Das unterstützt mich in meiner Gesundheitsberatung allgemein. Manche meiner Kunden haben bereits eine wahre Odyssee hinter sich, bis sie dann auch mal ans Thema Fütterung rangegangen sind.

 

 

Dabei ist die ausgewogene Ernährung doch DAS Fundament!

 

Durch meine Beratungen werden die Leute oft ein wenig sortiert und sie sehen danach wieder klarer welcher Weg für sie und ihr Pferd der Richtige ist. Welche Maßnahmen Sinn machen und welche vielleicht eher nicht. Welcher Therapeut Sinn macht und welcher vielleicht eher nicht. Ob jemand seriös arbeitet oder eher nicht – denn ich weiß nun was die breite Masse an Tierheilpraktikern so lernt und wie die meisten praktizieren. Und oh ja, es gibt da wirklich schwarze Schafe in diesem Bereich… Aber es gibt auch sehr Gute!

 

Als klar war, dass die Fütterung der Kern meiner Arbeit sein soll/ bleiben soll, musste also auch hier noch mehr Wissen her. Ich könnte mir keine bessere Dozentin wie Conny Röhm vorstellen, denn ich hatte noch niemanden auf diese Weise pferdewissenschaftlich arbeiten sehen. Sie hat die pferdespezifische Erfahrung die vielen fehlt! Sie beschäftigt sich schon eine große Weile mit genau dieser Thematik. Und sie kennt noch andere Leute, die auf die gleiche Weise die Dinge betrachten.

Und zwar spezifisch aufs Pferd. Grade auch um die vielen Behauptungen, die im Pferdefütterungsbereich unterwegs sind zu durchleuchten und zu schauen was wirklich dahintersteckt ist ihre Ausbildung für mich Gold wert.

 

 

 

Fast jeder stellt sich die Frage: „Wer hat Recht und wer hat Unrecht?“

 

In vielen Dingen gibt es vielleicht nicht mal ein Richtig oder Falsch. In ganz vielen Dingen ist es auch einfach ein „es kommt drauf an.“

 

Worauf?

Aufs individuelle Pferd,

auf die individuellen Haltungsbedingungen,

auf das individuelle Bewegungspensum.

Eben auf die individuellen und persönlichen Möglichkeiten!

 

 

Vieles ist noch nicht sicher erforscht bzw. AM Pferd nicht erforscht

 

Tatsache ist, wir wissen noch erstaunlich wenig. Manche Studien, wenn man sie mal genau liest, zeigen am Ende – Nichts Besonderes!

Oder es wirft sogar mehr Fragen auf als es beantwortet.

Vieles was die letzten Jahre in der Pferdehaltung als gut und erstrebenswerte Entwicklung angesehen wird, wirft vielleicht in einigen Jahren wieder neue Erkenntnisse und auch ganz andere Probleme auf, an die wir heute so noch gar nicht denken. Daher kommt es dann auch zustande, dass heute so gesagt wird und morgen dann vielleicht wieder das Gegenteil. Es ist wichtig diese Dinge klar zu sehen und differenziert betrachten zu können.

Wissenschaft ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist wandelbar. Sie muss wandelbar sein, sonst würde die Forschung ja irgendwann feststecken, selbst wenn sie sich auf dem Holzweg befindet. Vieles ist kompliziert in der Pferdehaltung. Pferdehaltung allgemein ist sehr aufwändig. Und sie leiden immer dann, wenn dieser Aufwand nicht sorgfältig genug betrieben wird.

Vieles wird aber schlicht auch nicht so heiß gegessen wie gekocht… Vieles ist nicht so kompliziert wie es manchmal scheint. Manches wird einfach nur durch Halbwissen oder auch Marketing sehr groß aufgebauscht. Dahinter steckt aber oftmals dann gar nicht so viel wie man auf den ersten Blick meint.

 

Warum dann wiederum der ganze Aufwand?

Wenn alles nur „aufgebauscht“ wird?

 

Weil die Böden heute oft nicht mehr genug hergeben, um die Pferde nur über Raufutter mit allen Nährstoffen zu versorgen die sie brauchen. Und weil die Inhaltsstoffe sehr stark schwanken können. Wir über die Überschüsse und Defizite Bescheid wissen sollten, um das richtige Mineralfutter zu wählen mit dem wir diese Ungleichgewichte am sinnvollsten ausgleichen können. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist individuell. Aber sehr häufig einfacher als du vielleicht denkst.

Und wenn du dabei Unterstützung benötigst, helfe ich jederzeit gerne.

 

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