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Wie viel kann ein Shetty ziehen?

Fahrspaß für alle Beteiligten!

 

 

Wie viel kann mein Pony ziehen? Diese Frage stellt sich jeder der mit dem Gedanken spielt sein Shetty zu fahren. Und es ist eine sehr wichtige Frage, wenn das Kutsche fahren allen Beteiligten Spaß machen soll!

Vor allem bei den Zwergen stößt man nämlich durchaus an Grenzen.

 

Wie viel Gewicht ein Pferd ziehen kann hängt von mehreren Faktoren ab.

Es zählt nicht nur das Gewicht, dass dranhängt oder wie viele Personen mitfahren möchten. Es kommt auch drauf an wie die Kutsche ist, welches Gelände wir haben und wie unsere Ponys wirklich gebaut sind. Eine leicht-läufige, schwere Kutsche kann sich beispielsweise leichter ziehen als eine schwer-gängigere und viel leichtere Kutsche.

 

 

 

 

 

Faustregel:

 

 

Eine bekannte Faustregel lautet:

 

Gewicht des Pferdes…

 

… x 3  in der Ebene

… x 2  bei Hügeln

… x 1  in Bergen

 

Ich halte wenig von dieser Faustregel!

 

Diese Regelung betrifft gut im Training stehende Pferde. Bei jungen Pferden würde ich bereits davon abweichen, denn da kann es schnell überfordernd sein. Sie kann also höchstens einen kleinen Anhaltspunkt bieten.

 

Hinzu muss berücksichtigt werden:

 

  • wie leicht läufig die Kutsche ist.
  • Welche Reifen drauf sind – Hartgummi fährt sich auf weichen Wegen, schwerer als Luft.
  • Wie die Beschaffenheit des Weges ist – Teerstraße, Kiesweg, Wiesenweg.
  • Wie schwer Fahrer und Beifahrer sind.
  • Und natürlich wie schwer das Pony ist!

 

Vor allem mit nur einem Shetty kommt man mit einem zweiachsigen Wagen schnell an Grenzen.

 

 

Halte dich an das Gewicht deines Ponys

 

 

Für mich ist das Gewicht des Ponys der wichtigste Wert!

 

Es heißt ein Shetty kann 1,4x soviel ziehen als ein Kaltblut.

Ich persönlich halte mich aber möglichst daran das Eigengewicht des Ponys nicht zu überschreiten! 

 

 

 

 

Damit liegt man in jedem Falle gut und alle haben Spaß an der Sache. Ich muss keine Rücksicht aufs Gelände nehmen und kann in der Regel überall fahren. Egal ob Flachland oder bergig. Und bei manchen Verantstaltungen, wo ich das Gelände gar nicht kannte, hat dies schon öfter dafür gesorgt, keine bösen Überraschungen zu erleben.

 

Nichts raubt den Fahrspaß mehr als der Gedanke, das Pony könnte möglicherweise überfordert werden. Und auch den Beifahrer absteigen zu lassen, wenn‘s schwer wird; geht zwar – macht auf Dauer aber keinen Spaß!

 

Mit Eigengewicht meine ich übrigens das Idealgewicht des Ponys! Eventuelles Übergewicht solltest du nicht dazuzählen! Ein übergewichtiges Pony muss schon sein eigenes zusätzliche Gewicht schleppen. In diesem Fall sollten wir es nicht noch mit mehr Zuglast belasten.

 

 

Wie viel wiegt dein Pony?

 

 

Es lohnt sich in jedem Fall, sein Pony einmal gewogen zu haben!

Es gibt deutschlandweit immer mehr Möglichkeiten sein Pony zu wiegen. Pferdewaagen sind regelmäßig auf ihren Touren unterwegs. Wenn du also die Möglichkeit hast, mach das unbedingt!

 

Ich habe meine Ponys und auch die Kutsche vor kurzem gewogen. Vor allem bei der Kutsche war ich mir einfach seit Jahren nicht sicher ob die Herstellerangabe wirklich stimmte. Man kann es wirklich sehr schwer schätzen. Ich machte mir wenig Gedanken, wenn ich hoch motivierte, fleißige Ponys hatte. Ich machte mir allerdings immer wieder Gedanken, wenn sie eher faul und matt sind zum Beispiel in der Übergangszeit bei zu warmen Temperaturen.

Nun weiß ich es einfach sicher. Und brauche auch kein schlechtes Gewissen haben meine Ponys an trägeren Tagen mal etwas aufzuwecken.

 

 

Das wiegen wir:

 

 

Sternschnuppe mit 104 cm Stockmaß wiegt 208 kg.

Jana mit 107 cm Stockmaß wiegt 211 kg.

Meine Kutsche wiegt 160 kg bei einer Spurbreite von 1,20 cm.

 

Mein Gefühl war schon immer, dass ich diese Kutsche nur zweispännig fahren möchte. Einspännig fahre ich sie nur auf dem Fahrplatz beim Fahrunterricht, wenn ich keinen Beifahrer drauf sitzen habe.

Kutsche und ich wiegen zusammen 220 kg. Das ist auf dem flachen Fahrplatz absolut ok. Eine Unterrichtseinheit von 30 Minuten sind außerdem was anderes als eine Ausfahrt ins Gelände. Ins Gelände fahre ich diese Kutsche einspännig nicht, denn mit Beifahrer sind wir ja noch schwerer was den Fahrspaß auf jeden Fall trübt. Und ohne Beifahrer rechne ich hier gar nicht, denn im Gelände habe ich grundsätzlich einen dabei!

 

Laut der Faustregel müsste eins meiner Ponys im Flachland 600 kg ziehen können. Das halte ich für völlig unrealistisch. Klar können sie das ziehen. Aber macht das dann noch Spaß? Schwerer Zug und Freizeitfahren sollten und dürfen wir unterscheiden.

 

Zweispännig mit 2 Personen liegen wir bei 300 kg. Die Ponys wiegen zusammen 400 kg. Das ist super auch für nicht so stark trainierte Ponys und Menschen, die nur am Wochenende mal ausfahren möchten. Zudem bleibt noch Luft nach oben für eine dritte und vierte Person.

 

Zweispännig würde ich allerdings auch auf keine leichtere Kutsche zurückgreifen.

 

 

Zu leicht ist auch schlecht!

 

 

Mit kleineren Kutschen habe ich bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Zum Einspännig fahren habe ich bereits einige ausprobiert. Kutschen mit Spurbreiten von 90 cm und 1 m überschritten zwar das Gewicht von 100 kg nicht, waren aber durchweg auch nicht so sicher. Und Kutschen mit breiterer Spur sind in der Regel schwerer.

 

Diese Leichtgewichte waren alle ganz nett so lange das Pony brav läuft. Meine Ponys laufen hervorragend und eingespielt. Allerdings gibt es niemals 100 % und als wir eines Tages auf ein Wildschwein trafen ging die wilde Fahrt los. Einem durchgehenden Pony haben diese kleinen Kutschen nichts entgegenzusetzen und sind kippgefährdet. Wer sich einmal wirklich ins Stemmbrett stemmen musste, weiß vielleicht was ich meine. Eine zu leichte Kutsche kann richtig gefährlich werden! 

 

 

 

 

 

Zum einspännig fahren ziehe ich deshalb bei Shettys, inzwischen den Einachser vor. Bei Sulky oder Gig bekommt man in der Regel keine Probleme mit dem Gewicht und sie sind als Leichtgewichte einfach sicherer. Alles in allem war ich einspännig bisher noch mit nichts wirklich glücklich. Vor der Gig liefen die Ponys zwar toll; mit Beifahrer gestaltete es sich aber oft schwierig das Gefährt wirklich in Balance zu halten.

Damals hatte ich auch immer mal wieder andere Personen als Beifahrer dabei und jedes Mal musste neu austariert werden. Für mich war das einfach nicht das Wahre.

 

Alles in allem fahre ich im Moment am liebsten zweispännig und finde unser Gewicht von 300 kg auf 400 kg Pony absolut ideal.

 

Wie du siehst kommt es also gar nicht so sehr drauf an wie viel das Pony ziehen kann, sondern du musst auf deine Bedürfnisse angepasst das richtige Gespann zusammenstellen. Wenn du weißt was dein Pony wiegt und du den Rest daran anpasst, dann steht dem Fahrspaß nichts im Wege.

 

 

 

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