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Welches Gebiss fürs Shetty? Darauf solltest du bei der Gebisswahl achten!

Darauf solltest du bei der Gebisswahl achten!

 

 

Die Wahl des Gebisses ähnelt schon bei größeren Pferden häufig, einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Das richtige Gebiss für unsere geliebten Zwerge zu finden ist aber oft noch schwieriger.

 

In diesem Artikel erzähle ich dir von meinen Erfahrungen zum Thema Gebisse fürs Shetlandpony und worauf du unbedingt achten solltest bei der Wahl. Und ich werde dir auch zeigen wo ich meine Gebisse gekauft habe.

 

Grundsätzlich gilt: achte auf das Feedback deines Ponys.

 

Gebisse muss man behutsam ausprobieren und manchmal muss man sich beim Testen auch etwas Zeit lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Unzufriedenheit beim Pony manchmal auch erst nach einigen Malen ausprobieren immer mehr zeigt. Legen wir ein unbekanntes Gebiss ein, kann es sein, dass es erstmal gefühlt ganz gut läuft und von Mal zu Mal wird es dann erst schlechter.

Verändere immer nur eine Sache, wenn du wirklich sehen möchtest ob es dem Pony gefällt oder nicht. Wenn du mehrere Dinge veränderst, weiß du ja nie so genau, was genau es denn jetzt ist, was dem Pony vielleicht nicht gefällt.

 

Zeigt das Pony sofort Unwohlsein oder sogar Abwehrreaktionen dann ist es offensichtlich, dass das Gebiss vielleicht nicht geeignet ist.

 

 

Abwehr kann durch folgende Punkte begründet sein:

 

  • Die Gebissweite passt nicht
  • Die Gebissform/ -art ist unangenehm
  • Das Gebiss passt von der Stärke nicht

 

Vor allem auf die Gebissstärke wird häufig zu wenig geachtet!

Sehr viele Shettys haben schlicht zu dicke Gebisse im Maul!

 

Klar wirkt ein Gebiss, umso dünner es ist, umso schärfer. Allerdings müssen wir berücksichtigen, dass Shettys anatomisch einfach Zwerge sind und alles etwas kleiner ist im Verhältnis. Das heißt auch, dass wir dem Shetty keinen Gefallen tun, wenn wir ihm ein 16 mm starkes Gebiss ins Maul legen, dass wir auch bei einem größeren Pferd benutzen würden.

 

Shettys über 1 Meter haben durchaus Gebissweiten von 10,5 – 12,5 cm.

 

 

 

 

Das ist kein Scherz!  Die Gebissweite

 

 

Meine beiden tragen 11,5 und 12,5 cm breite Gebisse.

 

Das sind Größen, die auch bei Endmaßponys und Kleinpferden zum Einsatz kommen. Zum Vergleich; meine Tinkerstute trägt 13,5 cm. Also nur 1cm mehr.

 

Problem:

Die meisten Gebisse in dieser Gebissweite haben eine Stärke von 16 – 18 mm. Und sie haben viel zu große Seitenteile!

 

Mit Seitenteilen meine ich die Gebissringe und Kandarenseitenteile. Gebisse ab 11,5 cm sind auf Endmaßponyköpfe ausgerichtet. Die Seitenteile sind für die kleinen Zwergenköpfe einfach oft zu riesig und klobig.

 

Gebrochene Gebisse haben zudem oft viel zu große Verbindungsglieder und die nach außen dicker werdenden Wassertrensen sind ungeeignet für Shettys. Bei einer gebrochenen Wassertrense müssen wir mit berücksichtigen, dass ein Verbindungsglied aufrecht in der kleinen Maulhöhle steht.

 

 

 

 

Achten wir auf diese 3 wichtigen Punkte wird das Angebot von geeigneten Gebissen leider schnell sehr klein.

 

 

Die geeignete Gebissstärke

 

 

Die geeignete Stärke für ein Shettygebiss ist meiner Erfahrung nach 12 mm.

Damit kamen bisher alle Shettys mit denen ich zu tun hatte am besten zurecht.

Man sieht es ihnen an ihrem zufriedenen Gesichtsausdruck an, wenn sie überhaupt diese Möglichkeit mal zum testen bekommen. Denn zufrieden mit seinem Gebiss kann ein Pferd nur sein, wenn es das Maul noch zubekommt und nicht irgendein überdickes Metallstück wie eine Maulsperre im Maul klemmt.

 

Bei Fahrkandaren haben wir noch die Möglichkeit zwischen festen und beweglichen Seitenteilen zu wählen.

Vor allem im Mehrspänner sind bewegliche Seitenteile meist besser. Die überkreuzte innere Leine ist ja von seitlich kommend im Gebissring verschnallt. Ein bewegliches Seitenteil, kann von der Seite kommendem Zug, etwas nachgeben und stört das Pony so weniger im Maul, weil es nicht gleich aufs Gebiss übertragen wird wie bei einem festen Seitenteil.

 

Ein festes Seitenteil hat eine noch direktere Verbindung. Das Pony wird jeden Impuls sofort spüren. Manche Ponys haben damit ein Problem.

 

 

Ich bin ein absoluter Fan von einfachen Stangengebissen.

 

 

Fälschlicherweise werden Stangen gerne als schärfer angesehen, aber dies wurde bereits auch in vielen Studien wiederlegt. Zudem habe ich beim Fahrgebiss ja selbst die Wahl wie viel Kandarenwirkung ich wähle.

 

 

 

 

Ich fahre meine Ponys immer im Schaumring ohne Hebelwirkung.

Das ist Wassertrensenwirkung aber eben auf Stange.

Eine Stange liegt viel ruhiger im Maul als eine gebrochene Wassertrense. Beim Fahren sind wir zudem mit unseren Leinenhilfen eingeschränkter als mit den Zügelhilfen beim Reiten.

Die Leinen laufen durch die Leinenaugen vom Geschirr in einer festen Führung. Hilfen kommen eben in der Höhe an wo die Leinen verlaufen. Wir können es nicht gezielt durch Heben oder Senken der Hand verändern.

 

Wir haben beim Fahren eine konstante leichte Anlehnung, denn Fahren mit langen Leinen ist absolut nicht pferdefreundlich. Das Gewicht der Leinen auf die Meter nach hinten ist nicht zu unterschätzen. Mit schlackernden Leinen tun wir unseren Ponys nichts Gutes. Jedes schlackern überträgt sich mit Stößen ins Maul. Deshalb ist eine gleichmäßige, konstante leichte Verbindung zwischen Fahrerhand und Pferdemaul absolut wichtig.

 

Ein gebrochenes Gebiss ist nicht dazu geeignet dauerhaft gleichmäßigen Zug drauf zu haben. Kommt gleichmäßiger Zug auf beide Seiten eines gebrochenen Gebisses zieht es sich V-Förmig zusammen und quetscht.

 

 

Ein gebrochenes Gebiss ist sehr beweglich in sich und das Pferd hat somit auch wenig Chancen sich Druck zu entziehen. So kommt es, dass ein gebrochenes Gebiss sogar schärfer wirkt als eine einfache Stange.

Ich betone hier einfache Stange nochmal.

 Denn ich unterscheide hier nochmal ganz klar einfache Stangengebisse mit normalen Trensenringen von Kandaren mit Hebelwirkung.

 

 

Eine einfache Stange

 

 

liegt sehr gleichmäßig auf der Zunge des Pferdes auf und das Pferd kann über Anspannen der Zunge Druck und Stöße abpuffern. Klar wollen wir immer so fein wie möglich einwirken. Aber so sehr wir uns auch anstrengen, es wird nicht immer gelingen.

Mit einer ruhig aufliegenden Stange ist das Pferd aber nicht komplett ausgeliefert, wenn wir mal versehentlich nicht so weich einwirken. Es wird seine Zunge anspannen, wenn es mal unangenehm sein sollte. Das Pferd kann etwas dagegen drücken und Stöße abpuffern.

 

Ich möchte hier in diesem Beitrag aber gar nicht noch tiefer auf die Wirkung einzelner Gebisse eingehen, denn das ist nochmal ein großes Thema für sich, dass ich ein anderes Mal noch aufgreifen werde.

 

 

Lesetipp: Wenn du dich für die Wirkung von Gebissen generell interessierst, kann ich dir diese PDF von einer interessanten Studienarbeit sehr empfehlen, die du im Internet findest. In dieser Arbeit geht es um die Darstellung der Lage verschiedener Trensengebisse im Pferdemaul bei Einwirkung unterschiedlich starken Zügelzugs. Es wurde anhand von Röntgenaufnahmen untersucht und bewiesen, wie gebrochene Gebisse wirklich im Maul wirken, und dass sie eben nicht wie irrtümlich häufig angenommen, eine weichere Variante fürs Pferd sind. Die Wirkung von Gebissen wird häufig viel zu wenig verstanden und Stangen haben zu unrecht einen oft schlechten Ruf!

 

 

Ich halte einfache Stangen fürs Fahren am geeignetsten und arbeite ansonsten am liebsten Gebisslos am Kappzaum mit meinen Ponys. Sie zeigen mir einfach mehr als deutlich, dass sie gebrochene Gebisse überhaupt nicht mögen. Manchmal sieht man das aber auch erst, wenn die Ponys mal mehrere Gebisse durchprobieren durften. Denn sonst können wir ja nur schwer einen Unterschied erkennen.

Meine Tinkerstute Elly ist nämlich derzeit mit einem einfach gebrochenen Snaffle Bit am zufriedensten. Mir ist wichtig dies an dieser Stelle auch zu erwähnen denn ich bin niemals absolut in meinen Entscheidungen. Das Pferd hat ein Mitspracherecht und wir müssen immer das Feedback des Pferdes mit einbeziehen. Studien hin oder her. Meine Elly wirkt zufrieden damit und nimmt dieses Gebiss bisher am besten an. Damit ist also alles klar.

 

Wichtig ist hinzusehen und zu erkennen ob das Pony es wirklich annimmt oder sich nur damit arrangiert, weil sie eh nicht auskommen,  und weil ihnen noch nie was anderes angeboten wurde.

 

 

Bei Schnuppe musste ich lange suchen

 

 

Meine Schnuppe ist sehr sensibel und es war nicht einfach für sie das richtige zu finden. Die erste Fahrkandare (Liverpoolkandare) nahm sie erstmal ganz gut an, bis sie immer unzufriedener wurde.

Dann probierten wir alle möglichen Gebisse durch.

Doppelt gebrochen und einfach gebrochen ging gar nicht.

Eine Weile ging es mit einer Kandare mit beweglichen Seitenteilen dann besser bis es wieder schlechter wurde.

Einige Zeit fuhr ich dann mit einem Kimblewick und kehrte schließlich wieder zur ursprünglichen ersten Fahrkandare zurück mit der sie nun seit Jahren am zufriedensten ist.

 

Das Pony hatte ja auch noch einige Wachstumsschübe durchgemacht. Da kann es auch einfach nur vorübergehend mal Unzufriedenheiten geben.

Wichtig ist, dass wir hinsehen und darauf eingehen.

 

 

Jana dagegen wurde früher mit einfach gebrochener Wassertrense von einem Kind geritten. Sie war richtig Maulig aufs Gebiss und legte sich auch extrem auf die Hand. Mit ihr musste ich lange arbeiten bis eine feine Anlehnung möglich war.

Sobald etwas zu viel Druck war, legte sie sich voll aufs Gebiss. Diesen Gegendruck konnte ich nur mit „loslassen“ auflösen, was manchmal ein bisschen Mut erforderte vor allem wenn sie eh schon am „wegrennen“ war vor der Kutsche.

 

Durch die einfache Stange lernte sie der Hand wieder zu vertrauen. Sie liegt eben einfach ruhig im Maul. Heute passiert es nur noch selten, dass sie sich auf das Gebiss legt und dann nehme ich es als Zeichen war, dass ich nicht fein genug eingewirkt habe. Dadurch lerne ich also selbst noch.

 

Lege ich hier heute ein gebrochenes Gebiss ein spricht ihr verkrampftes Gesicht Bände auch wenn sie es still erträgt. Denn Jana ist generell ein Pony, dass tut was man von ihr verlangt. Gerade so brave, stille Ponys sind darauf angewiesen, dass wir ganz genau hinsehen und Unwohlsein wahrnehmen.

 

 

Wo bekommst du geeignete Gebisse?

 

 

Ich werde für diesen Tipp nicht gesponsert oder bezahlt. Es ist eine echte Empfehlung meinerseits zum Wohle der Ponys. Weil mir das am Herzen liegt.

 

Die Beste Adresse für Shetty-Fahrkandarren ist Fahrsport Lessing. Sie bieten einige Kandaren für Shettys extra mit kleinen Seitenteilen und in 12 mm Gebissstärke an. Von dort habe ich auch meine Liverpoolkandarren für die Zwerge, mit denen ich die meiste Zeit fahre.

 

Kleinere Größen ab 8,5 für Minishettys findet ihr im Equistore Allerhop 

Bei Allerhop findet ihr auch Wassertrensen in 12 mm Stärke und mit kleinen Ringen.

 

Ansonsten gibt es sicherlich noch die ein oder andere Bezugsquelle. Wichtig ist, dass du auf die oben aufgezählten Punkte beim Gebisskauf achtest und dann heißt es:

 

 testen, testen, testen 😊

und natürlich aufs Feedback des Pferdes achten!

 

Viel Spaß dabei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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