Stoffwechsel in Schieflage!
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MSM (Schwefel)
23.02.2020

Janas Story

 

Wahnsinn wie viele Nachrichten mich erreicht haben, auf Sternschnuppes Krankengeschichte, die ich letzte Woche erzählt habe. Viele konnten sich sehr damit identifizieren oder kämpfen beim eigenen  Pony mit ähnlichen Problemen. Bei Sternschnuppe  habe ich es größtenteils selber durch nicht bedarfsgerechte Fütterung verbockt. Sie war ja gerade mal 3,5 Jahre alt als sie zu mir kam.

 

 

Das ist Janas Geschichte

 

 

 

 

Jana war bereits 13 als sie zu mir kam und bei einem älteren Pferd kauft man gewisse „Baustellen“ ja schon grundsätzlich mit. Zumindest wenn wir fütterungsbedingte Problematiken mit im Hinterkopf behalten. Es werden nun mal unbewusst sooo viele Fehler gemacht. Ich möchte dir also heute von Jana erzählen, die ich als Sommerekzemer gekauft habe.

 

Ich muss ehrlich zugeben, Jana habe ich komplett gegen mein Bauchgefühl gekauft. Gestört hatte mich aber nicht ihr Ekzem, sondern dass sie insgesamt von den Beinen her nicht so fit aussah. Sie hatte einen etwas staksigen, steifen Gang und Zwanghufe. Dazu Sommerekzem und ein Sarkoid unter der Schweifrübe. Das Sarkoid hatte ich vor dem Kauf gar nicht wahrgenommen, aber darauf kams dann nicht an. Jana war in früheren Jahren ihres Lebens mal in schlechter Haltung und wurde auch nicht immer gut behandelt. Die passive und sehr in sich zurückgezogene Art die sie heute noch zeigt entwickelte sich früher als Folge einer nicht optimalen Zeit.

 

Darum soll es aber nun gar nicht weiter gehen, sondern darum was etwa 2 Jahre nach dem ich sie kaufte passiert ist. Gegen mein Bauchgefühl gekauft entpuppte sich Jana rasch zu einem totalen Goldstück vor der Kutsche. Und beim Kutsche fahren wird sie richtig wach. Da hat sie Leben in den Augen und kommt aus sich raus. Wenn sie richtig ins Ziehen kommt, hat Schnuppe noch heute Probleme mitzuhalten.

 

 

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Dann – ein Zufallsbefund

 

 

Eigentlich war es Schnuppe die mir damals etwas Sorgen machte. Die etwas müde und schlapp wirkte, weshalb ich ein großes Blutbild machen ließ. Ich hatte die Ponys seit etwa 2 Jahren und da noch nie ein Blutbild gemacht wurde, dachte ich mir ich lasse von Jana einfach mal eins mit machen.

 

Bei Schnuppe kam nichts raus, aber Janas Blut war die reinste Katastrophe. Die Leberwerte waren schlecht, Selenmangel, Zinkmangel und die Hämoglobinwerte dermaßen im Keller, dass es bereits anämisch war. (Blutarmut). Da das Pony sowieso in sich gekehrt herumstand konnten wir nicht mehr sicher beurteilen ob es an den Werten lag oder eben wirklich bei ihr „normal“ ist. Was gar nicht ins Bild passte, dass sie Leistungsfähig war. Sie hatte eine enorme Ausdauer was sie 4x die Woche vor der Kutsche bewies. Zu der Zeit sind wir richtig viel gefahren.

 

Wir begannen nach Ursachen für diese schlechten Blutwerte zu suchen und stülpten das ganze Pony um. 1500 € später und weiterhin ohne Ergebnis stand dann sogar der Verdacht für EIA im Raum.

 

 

 EIA – Equine Infektiöse Anämie

 

 

Eine anzeigenpflichtige Tierseuche!

 

Bereits der Verdacht MUSS dem Verterinäramt gemeldet werden und die entscheiden dann wie es weiter geht. Infektiöse Anämie ist eine der schlimmsten Seuchen die es gibt, denn es zieht, wenn sich so ein Fall bestätigt auch alle anderen Pferde in einem bestimmten Umkreis mit ein. Der Erreger wird über Mücken und Bremsen von Pferd zu Pferd übertragen. Es war Hochsommer!

 

Das Tragische: Pferde können Träger sein ohne, dass die Krankheit ausbricht. Sie sind aber trotzdem ansteckend. Der Erreger wird mit einem sogenannten COGGINS-Test ermittelt. Wird der Erreger gefunden wird das Pferd getötet. Ohne wenn und aber! Wer den Erreger trägt wird ausgemerzt. Ob Zufallsbefund oder eindeutig spielt dann keine Rolle.

 

Eine Woche musste ich also auf das Ergebnis des COGGINS-Tests warten. Ich bangte nicht nur um Janas Leben, sondern auch um das aller anderen Pferde und den Rattenschwanz den das für alle Pferde die im Umkreis standen hinter ich her ziehen würde wenn sich der Verdacht wirklich bestätigen würde.

 

Wie ihr wisst, Jana lebt noch!

Es wurde kein Erreger gefunden! Puh, ich bin gleich nochmal erleichtert während ich das hier aufschreibe.

 

All das wegen: „machen wir doch einfach mal ein Blutbild“.

 

Die Hämoglobinwerte waren so schlecht, dass die Tierärztin meinte, mein Pony könnte eines Tages einfach mal Tod aufgefunden werden.

Beruhigend oder?

 

Das einzige was wir damals hätten noch tun können, wäre sie in die Klinik fahren und nach Tumoren zu suchen, die diese Blutarmut erklären würde. Ich war damals durch mit dem Thema und entschied mich dagegen. Das Pony lief weiter fit und munter vor der Kutsche und ich beschloss nicht weiter zu suchen.

Selbst wenn es ein Tumor gewesen wäre, was hätte es verändert wenn ich weiß, dass er da ist? Da dies nun bereits locker 6 Jahre her ist glaube ich auch an die Tumortheorie nicht mehr! Selbst  wenn ich es gemacht hätte und es wäre tatsächlich ein Tumor gewesen, hätte es nichts verändert. Hätte, wäre, wenn – Jana gehts gut also was solls.

 

 

Und die Blutarmut?

 

 

Nichtsdestotrotz musste gegen die Blutarmut etwas getan werden. Ich bekam etwas zum zufüttern mit viel Eisen, weil Eisen bei der Bildung von roten Blutkörperchen unterstützt. Wisst ihr was dann passiert ist? Nach 4 Wochen zufüttern waren die Werte noch schlechter!

 

Es war so unerklärlich, dass wir sogar gleich nochmal Blut in ein anderes Labor eingeschickt haben um einen Laborfehler auszuschließen. Es war kein Fehler. Die Werte gingen weiter in den Keller. Janas Fellwechsel und Hufwachstum war zu dieser Zeit übrigens nahezu stillgestanden. Heute wundert es mich nicht mehr.

 

Denn es war dann eher ein Eisenüberschuss das Problem. Zink, Kupfer, Mangan und Eisen müssen im richtigen Verhältnis stehen. Eisenüberschuss hemmt die Aufnahme von Zink. Selenmangel und Zinkmangel wurden ja sogar festgestellt. Der Fokus lag dann aber nur noch auf der Anämie und wo diese nur herkommt. Und auf der Zufütterung von Eisen ohne andere Spurenelemente die Cofaktoren sind zu berücksichtigen. Genau das falsche wurde supplementiert und die Mangelsituation verschärft. Es ist davon auszugehen, dass dieses Pony noch nie in ihrem Leben auch nur annähernd anständig mineralisiert wurde. Zudem hatte sie in früheren Jahren mindestens einmal ein Fohlen – wahrscheinlich öfter.

 

All das treibt den Körper über Jahre mehr und mehr in den Mangel. Sämtliche Stoffwechselprozesse sind von den Spurenelementen abhängig. Ohne sie läuft nichts mehr. Der Stillstand bei Fellwechsel und Hufwachstum war eine logische Konsequenz. Das sie Ekzemer ist, ist ebenfalls kein Wunder. Sarkoide stehen mit Manganmangel in Verbindung. Und, dass Gelenke und Beine nicht mehr so fit sind, bzw. Sie eher steif ist und auch Arthrose in den Beinen hat passt in diesem Fall auch hervorragend ins Bild.

Noch extra Eisen überdosiert zu füttern, war genau das Falsche!

 

Auch sie bekommt nun seit gut einem Jahr hochdosiert (und zwar wirklich hochdosiert) Spurenelemente. Ehrlich gesagt bin ich bei ihr ziemlich radikal unterwegs, denn es gibt kaum mehr was zu verlieren. Ich habe ihr schon Mengen „verpasst“ die würde ich einem fremden Pferd niemals geben. Es kann Jahre dauern ein Pferd aus so einer Mangelsituation wieder herauszuholen. Und manche Schäden sind nicht mehr gut zu machen.

 

 

Aber weißt du was passiert ist?

 

 

Sie ist inzwischen etwas über 20 Jahre alt (ganz genau, weiß ich das gar nicht). Sie hatte letztes Jahr keinerlei Schwellungen am Mähnenkamm und ihr Ekzem war so gut wie noch nie. Es war fast nicht vorhanden.

 

 

Ihr Sarkoid hat sich extrem verkleinert und ich bin guter Dinge, dass es sogar verschwindet.

 

Sie haart wieder ab – dieses Jahr sogar jetzt im Februar schon richtige Mengen – das gabs noch nie.

 

Ihre Hufe wachsen wieder normal und sie braucht häufiger als alle 5 Monate einen Schmied; davor gab es in kürzeren Abständen nämlich rein gar nichts zu bearbeiten, weil einfach nichts dazugewachsen ist.

 

Sie kletterte letztes Jahr fast täglich auf dem kleinen Hügel auf der Koppel herum, den sie die Jahre zuvor noch nie betreten hat. Sie bockt und rennt viel häufiger von sich aus herum und sie läuft nicht mehr so steif.

 

Viele Probleme die wohl die meisten als eigenständige Probleme betrachten würden. Wenn wir aber das gesamte Bild betrachten und die Mangelernährung in früheren Jahren mit ins Blickfeld nehmen, dann ist das alles überhaupt kein Wunder. Auch, dass die Blutwerte durch das eisenhaltige Zusatzfutter noch schlechter wurden, ist nur logisch! Wie viel Zusatzfutter hätte ich allein mit den 1500 € die ich für die ganzen ergebnislosen Untersuchungen verballert habe für dieses Pferdeleben kaufen können?

 

Jana ist einmal mehr eine Bestätigung dafür, wie sehr das Zufüttern von Spurenelementen unterschätzt wird.  Und sie gibt mir an jedem Tag recht, an dem sie aus sich herauskommt und mit leuchtenden Augen springt, bockt und rennt. Denn hier geht es nicht mehr nur um Pferdefütterung, sondern um Lebensqualität!

 

 

 

 

 

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