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Den Stoffwechsel des Pferdes verstehen!
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Welchen Futterbedarf hat dein Pferd? 

Und warum ad libitum Fütterung nicht immer funktioniert!

 

Natürliches Fressverhalten

 

Wildpferde und auch Weidepferde fressen abhängig vom Futterangebot Tag und Nacht etwa 12 – 18 Stunden. Diese Information kennt wohl jeder Pferdehalter und ist gewiss nichts Neues. Klar ist wohl auch, dass ein Wildpferd in der Steppe dabei wirklich so lange Fressen MUSSTE, um überhaupt genug Nahrung zu finden und seinen Tagesbedarf zu decken.

 

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Unsere Weidepferde fressen genauso lang, nehmen aber durch energiereicheres Futterangebot auch schnell das doppelte bis Dreifache von ihrem eigentlichen Futterbedarf auf.

 

Das Wildpferd hat dabei viele Kilometer zurückgelegt während unsere Offenstallpferde häufig auf kaum 3 km am Tag kommen.

Die Zeit der Aktivitäten ist von Witterung und Tagestemperatur bestimmt. Zu Zeiten wo sehr viele Insekten nerven oder es sehr heiß ist, werden die Pferde vielleicht auch weniger grasen und sich Schutz suchen, als an bewölkten, kühlen Tagen. Das Grasen wird aber meist nur für wenige Stunden unterbrochen. Stallpferde mit ad libitum Fütterung zeigen zwar einen ähnlichen Rhythmus, trotzdem ist es aufgrund gehaltvollerer Gräser häufig schädlich.

 

Sicher erzähle ich hier nichts Neues. Fast jedem Pferdehalter sind diese Fakten klar. Die Schwierigkeit ist nicht das theoretische Wissen darüber, wie man ein Pferd optimal füttern sollte. Sondern eher die Umsetzung mit den vorhandenen sehr energiereichen Futtermitteln.

 

Warum ad libitum Fütterung nicht immer funktioniert! Stoffwechseltypen unterscheiden!

Warum ad libitum Fütterung nicht immer funktioniert!

 

 

Einen wichtigen Faktor möchte ich hier in diesem Beitrag nun angehen und zwar:

 

 

Die Unterscheidung in die verschiedenen Stoffwechseltypen.

 

 

Unsere Pferde müssen überhaupt erstmal in ihre Futtrigkeit eingeteilt werden, denn nur so können wir überhaupt erahnen welchen Futterbedarf es hat. Denn ein leichtfuttriges Pferd hat einen viel geringeren Futtergesamtbedarf als ein schwerfuttriges Pferd.

 

 

Nordpferde,

 

haben einen Futterbedarf von 80%

Ihre Futterverwertung ist dabei sehr gut. Die Neigung schnell Fett anzusetzen sorgte für das Überleben dieser Pferderassen aus kargen Gegenden. Ihr Temperament ist eher mittel. Was nicht bedeutet, dass sie langweilig sind. Aber gegen ein Vollblut sind sie eben doch gemütlicher. Dabei sind Nordpferderassen auch noch Energiesparer. Nordpferde werden sich auch im Offenstall freiwillig nie soviel bewegen als ein Südpferd. Es ist genetische Veranlagung sich nur so viel zu bewegen wie wirklich nötig ist.

Für Nordpferde ist es also umso wichtiger, dass sie von uns bewegt werden, um gesund zu bleiben!

 

Nordpferde sind zum Beispiel der Isländer, Norweger, Shethlandpony, Criollo, PRE, Haflinger, Araber…..

 

 

Südpferde,

 

haben einen Futterbedarf von 120%

 

Ihre Futterverwertung ist dabei häufig nur befriedigend, was sie zu schwerfuttrigen Pferden macht. Ihr Temperament ist oft sehr hoch, was zusätzliche Energie verbraucht. Ein Südpferd wird sich auf der Koppel freiwillig viel mehr bewegen. Hier mal glotzen, da mal erschrecken, dort mal kurz durchstarten und Gas geben. All das schraubt den Futterbedarf nochmal extra in die Höhe. Bei diesen Pferden wäre es weniger schlimm sie auf der Koppel abzustellen, denn sie bewegen sich auch wirklich selbst wenn man ihnen die Fläche bietet.

 

Südpferde sind das englische Vollblut und unsere feingliedrigen europäischen Zucht- und Sportpferde.

 

 

Und dazwischen?

 

Sind irgendwo die Pferde

 

mit einem Futterbedarf von 100 %

Das sind Pferde die mit bekannten Regeln wie z.B.  1,5 kg – 2 kg Heu pro 100 kg /Körpergewicht gut zurechtkommen. Die auch mit ad libitum Heu Fütterung klar kommen oder mit 24 Stunden Weide. Es kann ein Warmblut oder auch schwereres Warmblut sein. Es kann ein eher leichtfuttriges Vollblut sein. Oder auch ein schwerfuttriger Haflinger. Diese Abweichungen gibt es ja.

Der Futterbedarf hängt ja von ganz vielen Faktoren ab. Die Stoffwechseltyp-Einteilung ist ja nur eine grobe Richtung. Es erzeugt aber eine Vorstellung darüber, warum wir vielleicht an ein Südpferd kaum was hingefüttert bekommen und das Nordpferd fast am Platzen ist obwohl wir ihm eh schon gefühlt nichts mehr zu fressen geben.

 

 

Stoffwechseltypen unterscheiden! Welchen Futterbedarf hat dein Pferd?

Stoffwechseltypen unterscheiden!

 

 

Ein 500 kg Pferd ist nicht gleich ein 500 kg Pferd

 

 

Ein 500 kg schweres englisches Vollblut, dass wie wir jetzt wissen, einen Futterbedarf von 120% hat, ist nicht gleichzusetzen mit einem 500 kg schweren Haflinger, der nur einen Futterbedarf von 80 % hat.

 

Würde ich nach der 1,5 kg – 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht Regel gehen würden beide Pferde 7,5 – 10 kg Heu bekommen. Der Haflinger würde kugelrund werden, während dem Vollblüter die 10 kg Heu vielleicht immer noch nicht reichen würden. Mal ganz abgesehen davon, dass ja auch noch relevant ist, wie gehaltvoll das entsprechende Heu ist. Denn auch Heu ist nicht gleich Heu.

 

Zwischen diesen beiden Stoffwechseltypen liegt ein gewaltiger Unterschied.

 

Und hier entsteht eine weitere große Problematik, mit der sehr viele Menschen da draußen kämpfen und die vielleicht auch dich betrifft:

 

Die Gruppenhaltung oder Herdenhaltung von Pferden unterschiedlicher Stoffwechseltypen.

 

Ein Shetty und ein Vollblut zusammen halten?

Einen Haflinger und ein Warmblut zusammen stellen?

 

Kann funktionieren.

Meistens jedoch nicht.

 

Die Leichtfuttrigen sind es in der Regel, die bei solchen Konstellationen verfetten und schließlich krank werden.

Oder die Schwerfuttrigen die viel zu dünn sind, weil sie immer zu wenig abbekommen durch zu starke Rationierung.

 

Im schlimmsten Fall läuft es für beide Typen nicht ideal.

 

Es ist also wichtig bei der Herdenzusammenstellung darauf zu achten, dass die Pferde auch vom Typ zusammenpassen und nicht nur von der Sympathie.

Umso weniger die Herde vom Stoffwechseltyp zusammenpasst umso mehr muss ich im Rahmen drum herum als Mensch eingreifen und anpassen.

 

Also zum Beispiel das Shetty nur 2 Stunden auf die Wiese zu lassen, während das Warmblut den ganzen Tag draußen bleiben kann.

Oder das schwerfuttrige Vollblut mal ein paar Stunden in eine Box zu holen wo es in Ruhe seine Zusatzfutter fressen kann, während der Haflinger sogar mal ein Päuschen vom Heu machen sollte.

 

Die Haltung und Fütterung wird umso individueller und schwieriger umso weniger gut die Pferde vom Stoffwechseltyp zusammenpassen.

 

Meine drei passen zum Beispiel sehr gut zusammen, weil der Tinker genauso leichtfuttrig ist wie die Shettys. Trotzdem trenne ich gerade die ältere Shettystute von den anderen beiden für einige Stunden am Tag, damit sie in Ruhe ein bisschen mehr Heu abbekommt. Sie hat diesen Winter etwas mehr abgenommen als üblich worauf ich nun ein besonderes Auge werfen muss.

 

Im Freizeitbereich haben wir es zu einem großen Teil mit Nordpferden zu tun.

Südpferde / Sportpferde sind hier seltener vertreten.

Das häufigste Problem bei der Haltung von Nordpferden ist, dass der Zusammenhang von Fütterung/ Haltung, Gesundheit und Leistung fehleingeschätzt wird und bei der Fütterung Kenntnisse über Gräser, Weidemanagement und Futterbedarf fehlen.

 

Falls du dir unsicher bist ob du den richtigen Rahmen für deine Pferde hast, oder Fragen hast, wie du ihn vielleicht verbessern kannst, dann scheue dich nicht mich anzuschreiben. Ich helfe dir gerne die Gesunderhaltung deines Pferdes zu optimieren.

 

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