Fütterungsmanagement für das leichtfuttrige Pony

Das Kutschgeschirr fürs Shetty
03.12.2018
Das Kutschgeschirr fürs Shetty. Einspännergeschirr
Das Kutschgeschirr fürs Shetty
14.01.2019
Fütterungsmanagement für das leichtfuttrige Pony. Wie auch dein Pony eine optimale Figur erhält.

Wie auch dein Pony eine optimale Figur erhält

 

 

In den vorherigen Beiträgen habe ich dir bereits die Probleme aufgezeigt, die bei der Gesunderhaltung unserer leichtfuttrigen Freizeitpferde entstehen. Du hast ein paar Eindrücke erhalten, wie ich meine Ponys bei optimaler Figur halte. Heute möchte ich noch näher auf die Heufütterung eingehen, von der du dir vielleicht die ein oder andere Inspiration für dich und dein Pony holen kannst.

 

Die am häufigsten gestellte Frage ist:

 

 

Wie strecken wir die Heufütterung so lange wie möglich damit so wenig Fresspausen wie möglich entstehen?

 

 

Das ist wirklich die größte Problematik, die es bei der Fütterung zu bewältigen gilt.

Denn das Pony soll ja trotzdem nicht viel zu viel Futter zu sich nehmen.

 

Im Beitrag „Hilfe, mein Pony ist zu dick“ habe ich dir bereits erzählt, dass ich etwa 1,5 Kilogramm Heu pro 100 kg Pferdegewicht füttere.

 

Das entspricht für jedes Shetty etwa 3 – 3,5 kg

und für meine Tinkerstute etwa 7,5 – 8 kg.

 

 

Manche empfehlen auch bis zu 2 kg pro 100 kg Körpergewicht, dies hängt aber sehr stark davon ab wie gehaltvoll die Wiesen sind, von denen euer Heu gewonnen wird!

Für Robustrassen ist das in der Regel zu viel.

Habe ich nur Heu von fetten Kuhwiesen zur Verfügung (was generell nicht optimal ist, aber manchmal auch nicht zu ändern) dann sind 2 kg sicher zu viel!

 

Wir müssen bei der Rationsberechnung auch berücksichtigen welchen Pferdetypen wir vor uns haben. 2 kg auf 100 kg Körpergewicht kann ich für einen Südpferdetyp der generell schwerfuttriger ist als Basis nehmen. Aber nicht für einen viel leichtfuttrigeren Nordpferdetyp. Und die gängigen Pferderassen, die wir im Freizeitbereich so antreffen sind nun mal eher Nordpferdetypen.

 

Bei diesen empfiehlt es sich immer, sich an 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht zu halten und zum Abspecken 1 kg pro 100 kg Körpergewicht.

 

 

Fütterungsmanagement für das leichtfuttrige Pony. Wie auch dein Pony eine optimale Figur erhält.

 

 

 

Fresszeiten und Fresspausen!

 

 

Die Fresszeiten sollten so lange wie möglich sein und die Fresspausen so kurz wie möglich.

Das Pferd ist ein Dauerfresser. In der Steppe war es gut 16 Stunden am Tag auf Futtersuche und somit auch ständig am Kauen.

Hier bei uns wächst den Pferden das Gras bzw. das Heu in Hülle und Fülle regelrecht ins Maul und sie vertilgen in viel weniger Zeit viel größere Mengen. Den Tagesbedarf von 3 kg Heu kann ein Shetty innerhalb von 2 Stunden vernichten.

Manches vielleicht sogar noch schneller 😉.

 

Was ist die restliche Zeit?

 

Wir müssen die Fresszeit so lange wie möglich strecken! Da führt kein Weg dran vorbei!

 

Wichtig ist dabei zu wissen, dass ein Pferd nicht aufgrund der Menge an Futter satt und zufrieden wird, sondern von der Menge der Raufaser und die damit verbundenen Kauschläge. Umso mehr das Pferd kauen und beißen muss, umso gesättigter und zufriedener wird es sein.

 

 

Die Struktur des Heus ist also sehr wichtig!

 

 

Stängeliges, holziges Heu benötigt viel mehr Kauschläge und somit mehr Zeit zu fressen, als weiches Heu von jungen, gehaltvollen Gräsern. Mit weichem, gehaltvollem Heu nimmt das Pferd schnell ein Vielfaches seines Tagesbedarfs auf. Außerdem belastet zu viel Zucker den Stoffwechsel. Hier entsteht schnell ein Teufelskreis und das Pony wird zu einem grenzenlosen Nimmersatt.

 

Wir greifen also möglichst zu stängeligem, spät geschnittenen Heu von mageren Wiesen. So ein Heu, wirkt schon für sich als natürliche Fressbremse, denn das viele Kauen macht müde.

 

 

Fütterungsmanagement für das leichtfuttrige Pony. Wie auch dein Pony eine optimale Figur erhält.

 

 

Sogar mein Pony Schnuppe legt da schon mal ein Nickerchen ein obwohl noch gar nicht aufgefressen wurde.

Als Tochter eines Reheponys und einer schier unzähmbaren Fressgier habe ich sie immer ganz besonders im Auge. Seit wir dieses Heu zur Verfügung haben, mache ich mir keine Sorgen mehr und nach einiger Zeit wurde ihr Fressverhalten auch viel ruhiger. Vor einigen Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten!

 

 

 

Wenn ich dieses Heu auch noch in Heunetze verpacke, verlängert sich die Fresszeit deutlich. Ich habe Netze mit einer Maschenweite von gerade mal 2 cm.

Alles was größer ist bringt überhaupt nichts.

Daraus fressen sie das Heu fast genauso schnell wie vom Boden aus. Und dann muss ich sagen, füttere ich auch lieber lose vom Boden, aus gesundheitlicher Sicht. Denn vom Boden fressen ist natürlich immer eine gesündere Körperhaltung.

Aus den sehr engmaschigen Netzen können sie nur einzelne Halme zupfen. Auch meine Tinkerstute kommt mit diesen kleinen Maschen super zurecht!

 

 

Fütterungsmanagement für das leichtfuttrige Pony. Wie auch dein Pony eine optimale Figur erhält.

 

 

 

 

 

 

 

(Bild: Diese Netze von Konege haben eine Maschenweite von 2×3 cm. Auf ihrer Internetseite ist die kleinste Masche als 3 cm angegeben. Sie sind mit ihrer Taschenform super bequem zu befüllen und sehr lange haltbar. Ich habe meine Netze seit über 2 Jahren täglich im Einsatz und erst vor kurzem ist in einem das erste kleine Loch entstanden. Es sind die besten Netze, die ich je gehabt habe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich verwende diese Netze nur um die Fresspausen so kurz wie möglich zu halten.

 

Morgens und abends gibt es eine Portion lose vom Boden aus. Mit dieser sind sie durch das strukturreiche Heu je etwa 4 Stunden beschäftigt. Morgens bis mittags wird meine Tinkerstute von den Shettys getrennt, da bekommt sie eine etwas größere Portion. Abends haben sie alle drei die Ration frei zur Verfügung.

 

Mittags gibt es die engmaschigen Netze als Beschäftigung dazu um einzelne Halme zu zupfen. Die drei sind mit drei Netzen gut 6 Stunden beschäftigt. Ich habe die kleinste Größe gewählt. In diese geht nur etwa 1 – 1,5 kg Heu hinein. Von morgens bis abends, entsteht so schon mal fast nie eine Fresspause. Nachmittags legen sie dann oft von selbst eine Pause ein aselbst wenn noch Heu da ist. Denn das zupfen aus dem engen Netz macht müde.

 

Die lose Portion abends hält dann meist auch länger, denn die Ponys sind schon vom Tag sehr satt und zufrieden. Bis dann noch die vereinzelten Halme zwischen der Einstreu alle aufgesammelt wurden vergeht auch noch einiges an Zeit. Mehr als 4-6 Stunden Pause von ca. Mitternacht bis morgens um ca. 6.00 Uhr entsteht nie. Außerdem liegen im Auslauf auch immer noch ein paar Zweige von Obstbäumen zur freien Verfügung, an denen etwas geknabbert werden kann.

 

Selbst wenn das Heunetz mittags mal nicht so lange reicht hält sich die Fresspause zwischen Nachmittag und abends auch noch im Rahmen. Irgendwann in dieser Zeit sollte das Pony dann ja auch noch bewegt werden, was auch gleich eine Pause ist. Und ein regelmäßiges Bewegungsprogramm gehört unbedingt zu einer gesunderhaltenden Pferdehaltung dazu. Das gilt auch für Offenstallpferde!

 

 

Mach dich nicht mit den Fresspausen verrückt

 

 

Alles in allem sollten wir viel mehr darauf achten WELCHES Heu wir füttern als uns mit Fresspausen verrückt zu machen.

Ich bin kein Fan davon unbegrenzt Heu zur Verfügung zu stellen. Das Resultat kann man an zahlreichen zu dicken Pferden sehen! Ich finde das sehr bedauernswert!

 

Die Gefahr von Magengeschwüren wegen Fresspausen halte ich für viel geringer als die Folgen von 24/7 Heufütterung und zu dicken Pferden!

Es ist ein ewiges Streitthema aber ich bin absolut für Portionierung bei leichtfuttrigen Nordpferderassen!

 

 

Hätten meine Ponys mit größeren Fresspausen zu kämpfen würde ich einfach morgens und abends auch auf Netze zurückgreifen. Auch bei Ponys, die abspecken müssen, würden ihr Heu nur aus den engen Netzen bekommen. Ganz ehrlich habe ich auf diese Weise mit noch keinem Pony Probleme gehabt, was zu lange Fresspausen betrifft.

 

Ein Problem ist lediglich, dass viele es nicht übers Herz bringen dem Pony ein so engmaschiges Netz hinzuhängen. Das ist aber nur ein Problem, wenn das Pony zuvor eine Fresspause hatte und hungrig ist. Morgens würde ich meinen beispielsweise auch nicht NUR dieses Netz hinhängen. Dies lässt sich aber mit einem kleinen Häufchen losem Heu leicht lösen. Dann kann der erste Hunger mit losem Heu etwas gestillt werden bevor es mit dem Netz weitergeht.

 

 

Fütterungsmanagement für das leichtfuttrige Pony. Wie auch dein Pony eine optimale Figur erhält.

 

 

 

Zur Weidezeit kürze ich die lose Morgenportion entsprechend der Stunden, die ich die Ponys rauslasse. Die ersten 4 Wochen, wenn das Gras noch in Hülle und Fülle draußen steht steigere ich die Zeit von 30 Minuten auf 60 Minuten und dann auf 2 Stunden.

Bis Juli gehen sie nie länger als 2 Stunden täglich auf die üppige Weide. Die Morgenportion wird entsprechend halbiert und den restlichen Tag bekommen sie ganz normal ihr Heu.

 

Ab Juli, wenn die Weide etwas ausgedünnt ist, dürfen sie auch mal 3-4 Stunden raus. Dann gibt es wirklich nur noch ein kleines Häppchen Heu vor dem Weidegang damit was im Magen ist und mittags nur das Heunetz und die Abendration.

 

Ich kürze konsequent die Extras weg.

Weniger ist mehr!

Und das ist der ausschlaggebende Punkt.

Konsequenz und Management bei der Fütterung.

 

Bleibt gesund und bis bald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.