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Von wilden Pferden lernen

 

 

Vergiss alles was du bisher gedacht hast über Pferde und ihr Verhalten zu wissen. Dieses einzigartige Buch eröffnet ein völlig neues Verständnis über Pferde und ihr natürliches Verhalten.

Tierfilmer Marc Lubetzki hat hier ein einzigartiges Werk geschaffen. Er ist die Hälfte des Jahres mit Wildpferden unterwegs. 17 Herden waren es in den letzten 8 Jahren.

 

Marc hatte schon vorher lange mit Pferden zu tun. In über 20 Jahren Umgang mit Pferden blieben für ihn aber viele Fragen zum Herdenverhalten offen. Fragen auf die es einfach keine befriedigenden Antworten gab.

 

 

Wer könnte bessere Antworten liefern, als die Pferde selbst?

 

 

Das Spannende:

Marc beobachtet Wildpferde nicht nur aus weiter Ferne, sondern er lässt sich von ihnen in den Kreis der Herde aufnehmen. Er benutzt dazu die Spiegeltechnik indem er versucht mit Körperhaltung, Gestik und Mimik synchron mit den Pferden zu werden und somit Vertrauen und Harmonie herzustellen. Viele Signale der Körpersprache sind universal und werden trotz abweichender Anatomie artübergreifend verstanden.

Dies erfordert am Anfang eine Portion Durchhaltevermögen; Ist er dann aber im Einklang mit der Herde, eröffnet es ihm eine einzigartige Möglichkeit das Herdenverhalten hautnah zu erleben und es nicht nur als Störenfried von außen zu beobachten.

 

 

 

„Die einzelnen Signale der Pferde können wir Menschen wie Vokabeln lernen“

*aus dem Buch „Im Kreis der Pferde“

 

 

 

 

 

 

Sein Ziel ist es Pferde besser zu verstehen und Pferdehalter Anregungen für eine verbesserte Pferdehaltung und Umgang zu geben. Das Buch gibt deshalb immer wieder dezente Hinweise diesbezüglich! Umso mehr wir über wild Lebende Pferde wissen, umso mehr können wir auch für unsere Hauspferde ableiten und so ihre Fütterung, Haltung und den Umgang mit ihnen verbessern.

 

Das Buch, dass eine Mischung aus Bildband und Sachbuch ist, vermittelt ein Gefühl direkt mit dabei zu sein. Ich musste es regelrecht verschlingen. Es ist kein trockenes Buch über Verhaltensforschung. Es ist wie ein Abenteuer direkt an Marcs Seite.

 

 

Missverstandene Hengste

 

Das aufschlussreichste aber auch ernüchternste Thema dieses Buchs waren für mich die Erkenntnisse über die Hengste. Haben wir in der Reiterwelt doch immer noch oft das Bild des „bösartigen“ Hengstes im Kopf der keinerlei männlichen Konkurrenten neben sich duldet und deshalb sein Leben lang in Einzelhaltung fristen muss.

Die Hengste wollen gar nicht allein sein, sondern suchen sogar regelmäßig Kontakt zu anderen Herden. Sie erhalten durch regelmäßige Kommunikation Verbindung zwischen den Herden während Stuten ihre Aufmerksamkeit verstärkt in ihre eigene Herde richten.

 

 

Pferde sind äußerst sozial

 

Aggressionsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten wie Dominanz oder Angst lassen sich immer auf unsere Pferdehaltung und eine schlechte Balance zurückführen. Stimmt die Balance gibt es dieses unnatürliche Verhalten nicht.

 

 

 

„Aggressive oder ängstliche Pferde sind immer auf schlechte Haltung oder falschen Umgang zurückzuführen.“

*aus dem Buch „Im Kreis der Pferde“

 

 

 

Wild Lebende Pferde, beschreibt Marc als tolerant, neugierig, fürsorglich, beständig und vorsichtig.

Eine Herde ist eine große Sozialgemeinschaft.

Jedes Herdenmitglied ist wichtig. Größe und Struktur einer Herde können stark variieren und einzelne Herden schließen sich zu größeren Herdenverbänden zusammen, die nebeneinander leben.

 

 

So manches für uns typische Pferdeverhalten, gibt es in der Natur gar nicht.

 

Typische Anzeichen, wie zum Beispiel Unruhe vor einer Geburt gibt es bei freilebenden Pferden nicht.

Fohlen werden auch nicht mit 6 Monaten abgesetzt, sondern wachsen mit Älteren Pferden und ihren Eltern auf und nicht mit Gleichaltrigen.

Was sollten Gleichaltrige voneinander auch lernen können?

Besonders fasziniert hat mich auch hier bei diesem Thema wieder das Verhalten des Hengstes gegenüber seiner Nachwuchshengste. Es ist sogar so, dass der Vater ähnlich viel Zeit mit seinen Söhnen verbringt wie die Mutter. Dies macht nur einmal mehr deutlich wie sehr sich das Leben von Pferden in menschlicher Obhut unterscheidet.

 

 

Pferde fressen Giftpflanzen

 

Als Pferdeernährungsberaterin hat mich das Thema Nahrung natürlich ganz besonders interessiert.

Pferde haben sich je nach Region ganz unterschiedlich entwickelt. Nicht alle Pferde sind Steppentiere, aber alle sind sie Grasfresser. Gräser sind je nach Wetter, Klima und Boden auf der ganzen Welt sehr unterschiedlich. Manche Pferdetypen müssen viel mehr Mühe auf sich nehmen, um an Gräser zu kommen als andere aus anderen Regionen.

 

 

 

„Manche Pflanzen haben mehrere Funktionen. Sie dienen Pferden nicht nur als Nahrung“

*aus dem Buch „Im Kreis der Pferde“

 

 

 

 

 

Frei Lebende Exmoor-Ponys fressen das gesamte Jahr über Ginster der als giftig gilt. Und zwar in erstaunlichen Mengen. Aber auch als Windschutz oder Matratze um sich vor nassen Böden zu schützen, werden bestimmte Pflanzen gezielt benutzt.

Im Winter fallen die Pferde in einen Energiesparmodus. Die Fresszeiten werden kürzer und die Ruhezeiten länger. Grobe Nahrung spielt im Winter eine wichtige Rolle zur Energie- und Wärmegewinnung.

Neben Blättern und Zweigen fressen Wildpferde auch Rinden, Moose, Wurzeln und Früchte. Ihr Speiseplan besteht aus Grundfutter, Bedarfspflanzen und Heilpflanzen. Sie wissen instinktiv was sie gerade brauchen und steuern es gezielt an.

Dies bekräftigt meine Meinung zur gesunderhaltenden Pferdefütterung: Eine einseitige Ernährung mit Heu und Gras ist nicht artgerecht und schon gar nicht ausreichend!

 

 

Weitere Themen:

 

Neben dem natürlichen Herden- und Fressverhalten der Wildpferde erfährst du auch viel Spannendes und Lehrreiches über Kommunikation, Rangordnung, Fluchtverhalten, Unterschiede der Pferdetypen und das Leben in Balance und Rhythmus. Auch auf die Geschlechter und das Alter wird intensiv eingegangen. So lüftet Marc das Geheimnis der Stuten und liefert viel wissenswertes über Hengste, Fohlen und Jährlinge. Das Sozialgefüge der Pferde ist höchstkomplex und sehr interessant.

 

 

Fazit:

Das Buch „Im Kreis der Herde“ das im Kosmosverlag 2019 erschienen ist, liest sich wie eine spannende Abenteuergeschichte. Marc versteht es den Leser richtig in die Welt der Wildpferde eintauchen zu lassen.

Dabei liefert es ganz nebenbei jede Menge Erkenntnisse, die uns Pferdehalter zum Nachdenken bewegen. Die Kenntnis darüber zeigt wie stark wir durch die Pferdehaltung in die Natur des Pferdes eingegriffen haben. Es hilft uns aber auch unsere Pferde noch besser zu verstehen und regt dazu an die Pferdehaltung zu optimieren. Oft sind es nur kleine Veränderungen, die große Verbesserungen für unsere Hauspferde bewirken können.

 

 

 

Dieses Buch ist ein Muss für jeden der mit Pferden zu tun hat!

Auch ich habe es sicher nicht zum letzten Mal gelesen. Ein Leseerlebnis, dass du nicht verpassen solltest. Von mir eine ganz klare Kaufempfehlung!

 

 

 

 

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